Die Dou­gla­sie – eine kli­ma­fit­te Baumart?

Der Kli­ma­wan­del be­ein­flusst die Forst­wirt­schaft im­mer mehr. Schüler*innen der HLUW Ysper­tal un­ter­su­chen die Harz­ge­win­nung mit­tels ver­schie­de­nen ana­ly­ti­schen Ver­fah­ren an Dou­gla­si­en. Mo­der­ne Aus­bil­dung ist auch prak­ti­sche Forschungsarbeit. 

Ysper­tal, Stift Zwettl — Der Kli­ma­wan­del be­ein­flusst die Forst­wirt­schaft im­mer mehr. Bei­spiels­wei­se ist die Fich­te in nie­de­ren Hö­hen­la­gen schon ge­fähr­det. Als Re­ak­ti­on auf die ers­ten Fol­gen des Kli­ma­wan­dels in Ös­ter­reich wird ver­mehrt auf die nord­ame­ri­ka­ni­sche, tem­pe­ra­tur­un­emp­find­li­che so­wie harz­rei­che Dou­gla­sie ge­setzt. Über die­se Baum­art ist noch nicht son­der­lich viel be­kannt, was das For­schen dazu für die Di­plo­man­den Paul La­chin­ger und Mar­tin Schmutz at­trak­tiv macht.

Dou­gla­sie – eine kli­ma­fit­te Baum­art? Ak­tu­el­le Un­ter­su­chun­gen über die Baum­ge­sund­heit und des Baum­har­zes im La­bor der HLUW Ysper­tal.- (vlnr) Paul La­chin­ger, Mar­tin Schmutz und DI An­dre­as En­engl von der HLUW Ysper­tal; Foto: HLUW Yspertal

Fich­te, Tan­ne, Kie­fer oder Douglasie

Im Rah­men ih­rer Di­plom­ar­beit mit dem Ti­tel „Dou­gla­sie – eine kli­ma­fit­te Baum­art? Un­ter­su­chung zu Baum­ge­sund­heit und Harz!“ un­ter­su­chen und ver­glei­chen die HLUW Schü­ler, un­ter­stützt durch ihre Betreuungsprofessor*innen  DI Dr. Mar­ti­na Schmidtha­ler und DI An­dre­as En­engl, die Baum­ge­sund­heit an­hand von Wald­schä­den von Dou­gla­sie, Fich­te, Tan­ne und Kie­fer in drei ver­schie­de­nen Hö­hen­la­gen (Ar­d­ag­ger: 250m, Grein: 500m, Schöll­büchl bei St. Mar­tin: 800m See­hö­he). Wei­ters wird die Harz­ge­win­nung mit­tels ver­schie­de­nen Ge­win­nungs­mög­lich­kei­ten an Dou­gla­si­en er­forscht. Mit dem ge­won­ne­nen Harz über­prüft man durch Zug­ver­su­che, ob Na­tur­harz in Zwei­kom­po­nen­ten­kle­bern ein­ge­setzt wer­den kann, um da­mit mög­li­cher­wei­se den An­teil des aus Erd­öl ge­won­ne­nen Kunst­har­zes in die­sen Kle­bern zu re­du­zie­ren. Ei­ni­ge Er­kennt­nis­se konn­ten im Rah­men ih­rer Di­plom­ar­beit be­reits ge­won­nen wer­den. Zum Bei­spiel sei grund­sätz­lich ge­sagt, dass die Dou­gla­sie hö­hen­be­dingt ge­sund­heit­lich we­der bes­ser noch schlech­ter wächst. Sie ist auf ca. 250 Hö­hen­me­tern na­he­zu eben­so vi­tal, wie auf 800 Hö­hen­me­ter in St. Mar­tin. In mitt­le­rer Hö­hen­la­ge ist dies nicht der Fall, was aber ver­mut­lich an an­de­ren stan­dört­li­chen Um­welt­be­las­tun­gen liegt. Im Ver­gleich der Baum­ar­ten kann man prin­zi­pi­ell fest­stel­len, dass Dou­gla­sie, Fich­te und Tan­ne in hö­her­ge­le­ge­nen Stand­or­ten vi­ta­ler sind. Die Föh­re hat es hin­ge­gen ger­ne warm und ist des­we­gen in den nied­ri­ge­ren Be­rei­chen gesünder.

Man kann da­her auf fol­gen­des schlie­ßen, dass die Bäu­me bes­ser in hö­her­ge­le­ge­nen (=küh­le­ren) Ge­bie­ten wach­sen bzw. ge­pflanzt wer­den. Dar­an merkt man, dass der Kli­ma­wan­del be­reits ers­te Aus­wir­kun­gen in Be­zug auf die Ver­schie­bung der Ar­ten­ver­brei­tung hat.

Harz­ge­win­nung – Wie?

Zur Harz­ge­win­nung eig­net sich am bes­ten die Le­bend­harz­ge­win­nung, wo­bei ein keil­för­mi­ger Teil der Rin­de der Dou­gla­sie ab­ge­tra­gen und das frei­ge­leg­te Holz an­ge­ritzt wird. Das aus­tre­ten­de Harz wird mit ei­nem Ge­fäß aufgefangen.Die Er­geb­nis­se der Zug­ver­su­che zu den Kle­be­ei­gen­schaf­ten se­hen zu­sam­men­ge­fasst so aus: „Kleb­stoff­mi­schun­gen, wel­che Na­tur­harz ent­hal­ten, ha­ben im aus­ge­här­te­ten Zu­stand eine ge­rin­ge­re Be­last­bar­keit als Mi­schun­gen mit Kunst­harz. Al­ler­dings sind Na­tur­harz­mi­schun­gen schon nach kür­ze­rer Zeit be­last­bar. Die­se Ei­gen­schaft könn­te für die Kleb­stoff­in­dus­trie durch­aus die Ba­sis für ein Ni­schen­pro­dukt in neu­en An­wen­dungs­be­rei­chen bie­ten, wo eine schnel­le­re Be­last­bar­keit trotz ge­rin­ge­rer Ma­xi­mal­be­last­bar­keit er­wünscht ist“, so die bei­den en­ga­gier­ten Di­plo­man­den von der HLUW Yspertal.

Vor­bei­schau­en und mit­ma­chen — Wer ge­ra­de eine Neue Mit­tel­schu­le (NMS) oder eine Un­ter­stu­fe im Gym­na­si­um be­sucht und die Rei­fe- und Di­plom­prü­fung (Ma­tu­ra) an ei­ner be­rufs­bil­den­den hö­he­ren Schu­le mit in­ter­es­san­ten, kri­sen­si­che­ren Be­rufs­fel­dern ab­sol­vie­ren möch­te, ist bei der HLUW Ysper­tal ge­nau rich­tig! Für die prak­ti­sche Aus­bil­dung ste­hen zahl­rei­che La­bors, ein drei Hekt­ar gro­ßes Frei­ge­län­de mit Schul­gar­ten, Ver­suchs­was­ser­kraft­werk, eine PV-An­la­ge und So­lar­ver­suchs­an­la­gen so­wie eine mo­der­ne um­welt­tech­ni­sche La­bor­hal­le mit Werk­stät­ten zur Verfügung.

Schnup­per­schü­ler sind herz­lich will­kom­men, na­tür­lich je nach ge­ra­de gel­ten­den Co­vid-Auf­la­gen. Es gibt auch die Mög­lich­keit je nach ak­tu­el­ler Pandemielage,im In­ter­nat zu näch­ti­gen und so ins In­ter­nats­le­ben hin­ein zu schnup­pern. In­fos te­le­fo­nisch un­ter 07415 7249 oder un­ter: http://www.hluwyspertal.ac.at

Le­ben­di­ge Pri­vat­schu­le des Stif­tes Zwettl in Yspertal

Be­son­ders wich­tig ist die geis­ti­ge und kör­per­li­che Fit­ness. Mit zahl­rei­chen Sport­an­ge­bo­ten, von Fuß­ball für Mäd­chen und Bur­schen über Vol­ley­ball bis hin zum Bo­gen­schie­ßen, Klet­tern und Fit­ness­pro­gram­men wird den Teen­agern eine Men­ge ge­bo­ten. Ein Drit­tel der Un­ter­richts­zeit fin­det in Form von Prak­ti­ka oder Pro­jek­ten statt. Pro­jekt­wo­chen und Fach­ex­kur­sio­nen mit Aus­lands­kon­tak­ten, mit­ein­an­der ar­bei­ten und Spaß ha­ben und ge­mein­sam coo­le Frei­zeit­an­ge­bo­te er­le­ben, das al­les sorgt für eine le­ben­di­ge Be­rufs­aus­bil­dung. Na­tür­lich gibt es ein Pri­vat­in­ter­nat für Mäd­chen und Bur­schen. Mit um­fang­rei­chen För­der­an­ge­bo­ten in der Schu­le und im In­ter­nat kann man sei­ne per­sön­li­che Fit­ness stei­gern. Die Aus­bil­dung schließt man mit der Rei­fe- und Di­plom­prü­fung ab.Damit er­langt man auch die Stu­di­en­be­rech­ti­gung. Es be­steht auch die Mög­lich­keit, da­nach di­rekt ins Ar­beits­le­ben ein­zu­stei­gen und um den In­ge­nieur­ti­tel an­zu­su­chen. Um­welt- und Abfallbeauftragte/er, mikrobiologische/er und chemische/er Laborant/in und Umweltkaufmann/frau sind nur ein paar Bei­spie­le für Berufsmöglichkeiten.