Aus­zeich­nung im Dop­pel­pack – HLUW Yspertal

Brei­te und in­no­va­ti­ve Aus­bil­dung an der HLUW Ysper­tal. Im Rah­men der Wis­sen­schafts­ga­la 2021 wur­den die bei­den Prei­se in der Ka­te­go­rie „Vor­wis­sen­schaft­li­che Ar­bei­ten bzw. Di­plom­ar­bei­ten“ desWissenschaf[f]t Zu­kunft-Prei­ses NÖ 2021 an zwei Schü­le­rin­nen-Grup­pen der HLUW Ysper­tal von Lan­des­rat Jo­chen Dan­nin­ger überreicht.

St. Pöl­ten, Ysper­tal, Stift Zwettl – Der Wissenschaf[f]t Zu­kunft Preis 2021 stand die­ses Jahr un­ter dem the­ma­ti­schen Schwer­punkt „Kli­ma­wan­del und Kli­ma­ge­rech­tig­keit“. Es wur­den Prei­se in den Ka­te­go­rien „Call for Con­cept“, „Aka­de­mi­sche Ab­schluss­ar­bei­ten“ und „Vor­wis­sen­schaft­li­che Ar­bei­ten bzw. Di­plom­ar­bei­ten“ ver­ge­ben. Die bei­den Prei­se in der Ka­te­go­rie „Vor­wis­sen­schaft­li­che Ar­bei­ten bzw. Di­plom­ar­bei­ten“ er­hiel­ten zwei Schü­le­rin­nen-Grup­pen der Hö­he­ren Lehr­an­stalt für Um­welt und Wirt­schaft Ysper­tal: Vic­to­ria Kas­t­ner, Han­na Leit­ner, Lena Ma­rie Oppitz für ih­ren „in­tel­li­gen­ten Kom­pos­ter“ und Lin­da Ha­sel­böck und Chris­ti­na Wie­sen­ho­fer für ihre Ar­beit zu den Aus­wir­kun­gen des Glet­schervlie­ses am Bei­spiel des Stu­bai­er Gletschers.

Di­plom­ar­beit „In­tel­li­gen­ter Komposter“

Viel­leicht kann man in na­her Zu­kunft sei­nen Kom­post­hau­fen im Gar­ten mit sei­nem Han­dy über­wa­chen! „Coo­le Sa­che“ — oder? Die­se Idee mach­ten drei Schü­le­rin­nen der HLUW-Ysper­tal zu ih­rer For­schungs­ar­beit im Rah­men ih­rer Rei­fe- und Di­plom­prü­fung. In Kom­bi­na­ti­on mit ei­ner App wird die Kom­pos­tie­rung für alle er­leb- und an­wend­bar und man er­reicht da­mit eine Bo­den­ver­bes­se­rung in Kom­bi­na­ti­on mit ei­ner we­sent­li­chen Re­duk­ti­on der Emis­sio­nen. Durch kom­ple­xe bio­lo­gi­sche und che­mi­sche Vor­gän­ge im Lau­fe der Kom­pos­tie­rung, ist ent­we­der ho­hes Fach­wis­sen oder viel Er­fah­rung nö­tig, um er­folg­reich zu sein. Der in­tel­li­gen­te Kom­pos­ter nimmt die­se Denk­leis­tung ab und gibt ein­fa­che Hand­lungs­an­wei­sun­gen auf Ba­sis der ge­mes­se­nen Da­ten. Eine grö­ße­re Ziel­grup­pe kann so für die Ei­gen­kom­pos­tie­rung ge­won­nen wer­den. Es wur­de ein Kom­pos­tier­sys­tem ent­wi­ckelt, bei dem durch Mes­sung der Tem­pe­ra­tur, Feuch­tig­keit und des Me­than­ge­hal­tes, An­wei­sun­gen zur Kom­pos­tie­rung auf Ba­sis der Mess­da­ten von Sen­so­ren, via Han­dy-App ab­ruf­bar sind. Der Kom­pos­tier­vor­gang wird da­bei durch per­ma­nen­te che­mi­sche Ana­ly­sen be­glei­tet. Im Rah­men der Di­plom­ar­beit wur­de auch das Kom­pos­tier­ver­hal­ten pri­va­ter Haus­hal­te mit­tels Fra­ge­bo­gen er­mit­telt. Die Schü­le­rin­nen ent­wi­ckel­ten ei­nen er­folg­rei­chen Pro­to­typ. Die­ses Sys­tem stieß in der Kom­mu­nal­wirt­schaft auf so gro­ßes In­ter­es­se, dass die Idee wei­ter­ent­wi­ckelt und nach er­folg­rei­cher Prü­fung kom­mer­zi­ell um­ge­setzt wird. Be­son­ders stolz sind die Be­treu­er nicht nur auf die tech­nisch per­fek­te und krea­ti­ve Um­set­zung der Idee, son­dern auch den öko­lo­gi­schen Bei­trag die­ser Ar­beit und den Ein­satz der Schü­le­rin­nen für Nachhaltigkeit.

Die Zu­kunft­preis­trä­ger­von der HLUW Ysper­tal (v.r.n.l.) Lena Ma­rie Oppitz, Han­na Leit­ner, Lin­da Ha­sel­böck und Chris­ti­na Wie­sen­ho­fer mit Lan­des­rat Jo­chen Danninger(nicht am Foto we­gen Krank­heit: Vic­to­ria Kas­t­ner); Foto: NLK Pfeiffer

Glet­schervlies und Tourismus

Ti­rols Haupt­ein­nah­me­quel­le ist zwei­fel­los der Tou­ris­mus. Der Kli­ma­wan­del ist auch im Al­pen­raum stark zu spü­ren und ge­fähr­det groß­flä­chig Schip­is­ten auf Glet­scher­ge­bie­ten, wo­durch die ganz­jäh­ri­ge Nut­zung nicht mehr ga­ran­tiert ist. Bis­lang ha­ben alle Ti­ro­ler Glet­scher­schi­ge­bie­te zur Me­tho­de der Ab­de­ckung von Pis­ten mit ei­nem in­dus­tri­el­len Vlies ge­grif­fen, was be­wie­se­ner­ma­ßen zu ei­nem Schnee­ge­winn von ca. 1,6 Me­ter über die Ab­de­ckungs­sai­son von Mai bis Sep­tem­ber führt. Der wirt­schaft­li­che Nut­zen ist vor­han­den, aber nicht die öko­lo­gi­sche Unbedenklichkeit.

Chris­ti­na Wie­sen­ho­fer und Lin­da Ha­sel­böck, bei­de be­reits Ab­sol­ven­tin­nen der HLUW Ysper­tal, be­schäf­tig­ten sich in ih­rer Di­plom­ar­beit mit die­ser The­ma­tik. Mit Hil­fe von Ao. Univ.-Prof. Dr. Bir­git Satt­ler und ih­rem Team der Uni­ver­si­tät Inns­bruck bat sich für die bei­den die Mög­lich­keit, bei lo­ka­len Glet­scher­be­ge­hun­gen wich­ti­ge Da­ten zu er­he­ben und die­se im La­bor zu ana­ly­sie­ren. Die bei­den Ju­gend­li­chen be­zo­gen sich auf fol­gen­de For­schungs­fra­gen: „1. Aus­wir­kung der Avivage des Glet­schervlie­ses auf Kryo­bio­ta und Fol­gen für den Tou­ris­mus.“, 2. „Aus­wir­kung des Mi­kro­plas­tiks vom Glet­schervlies auf Ma­kro­zoo­ben­thos und Ak­zep­tanz in der Bevölkerung.“

Glet­scher­flä­chen im Spät­som­mer erprobt

Auf den be­prob­ten Glet­scher­flä­chen fin­det man nicht nur An­tei­le an Mi­kro­plas­tik und Fa­sern des Glet­schervlie­ses, es tre­ten auch an­de­re Ar­ten an Ma­kro­plas­tik auf, die auf­grund des star­ken Tou­ris­mus am Glet­scher ver­wei­len. Auf­grund der fei­nen Struk­tur ver­brei­ten sich die­se Fa­sern durch Wind­ver­frach­tung bis in die Glet­scher­bä­che, wo sie in den Pro­ben der Schü­le­rin­nen eben­so ana­ly­siert und nach­ge­wie­sen wurden.

Nicht nur Mi­kro­plas­tik gefunden

Das For­schungs­er­geb­nis zeigt, dass un­ter den ana­ly­sier­ten Glet­scher­pro­ben nicht nur eine Viel­zahl an Mi­kro­plas­tik vor­kommt, es tre­ten eben­so an­de­re Kunst­stoff­quel­len auf, die in der­ar­ti­gen Hö­hen nichts ver­lo­ren ha­ben. Hier­zu zäh­len als ernst­zu­neh­men­de Quel­le die Al­pi­ne High­tech Aus­rüs­tung der Berg­tou­ris­ten, wie etwa Gore-Tex-Fa­sern, Fleece und an­de­re Fa­sern von at­mungs­ak­ti­ver Klei­dung. Auch die groß­flä­chi­ge Glet­scher­ab­de­ckung durch das Po­ly­pro­py­len­vlies stellt sich als mas­si­ve Quel­le der Plas­tik­ver­schmut­zung dar, auf­grund der her­aus­ge­lös­ten Fa­sern, die über wei­te Stre­cken durch den Wind ver­frach­tet wer­den und die über­wie­gend in den Pro­ben ana­ly­siert wurden.

Ein wei­te­res Er­geb­nis ih­rer Ar­beit be­trifft das ent­hal­te­ne Schmier­mit­tel im Vlies, wel­ches im Lau­fe der Ab­de­ckungs­sai­son her­aus­ge­wa­schen wird und so­mit in das Öko­sys­tem ge­langt. Durch das her­aus­ge­wa­sche­ne Schmier­mit­tel än­dern sich die Le­bens­be­din­gun­gen in Eis und Schnee. Die dar­aus fol­gen­den Aus­wir­kun­gen sind kri­tisch zu be­trach­ten, da jeg­li­che Än­de­run­gen in ei­nem so sel­te­nen und schüt­zens­wer­ten Ge­biet wie dem Glet­scher un­er­wünscht sind. Die Her­stel­ler des Vlie­ses se­hen sich so­mit in de­ren Ver­ant­wor­tung ihr Pro­dukt mög­lichst um­welt­freund­lich zu ge­stal­ten und die Men­ge des Schmier­mit­tels zu minimieren.

Für Tou­ris­mus wichtig!

Für den Tou­ris­mus sind die­se Glet­schervlie­se es­sen­zi­ell, nicht nur für den Som­mer­tou­ris­mus, son­dern auch für den Win­ter­tou­ris­mus. Die bei­den Schü­le­rin­nen ha­ben her­aus­ge­fun­den, dass al­lei­ne in Ti­rol­ca. 420.000 m² an Flä­che mit dem be­sag­ten Vlies ab­ge­deckt wird, wel­che in den Schi­ge­bie­ten nicht nur zu län­ge­ren Be­wirt­schaf­tungs­pe­ri­oden bei­tra­gen, son­dern auch ei­nen enor­men An­teil an Schnee­ge­winn be­deu­ten.  Mit dem Aus­rol­len der Vlie­se im Mai be­ginnt die Sai­son der Glet­scher­ab­de­ckung, die mit ei­nem Schnee­ge­winn bis zu 1,6 m im Hö­hen­pro­fil als wert­vol­le Me­tho­de gilt.

Sams­tag, 6. No­vem­ber 2021 – Tag der of­fe­nen Tür

Vor­bei­schau­en und mit­ma­chen — Wer ge­ra­de eine Neue Mit­tel­schu­le (NMS) oder eine Un­ter­stu­fe im Gym­na­si­um be­sucht und die Rei­fe- und Di­plom­prü­fung (Ma­tu­ra) an ei­ner be­rufs­bil­den­den hö­he­ren Schu­le mit in­ter­es­san­ten, kri­sen­si­che­ren Be­rufs­fel­dern ab­sol­vie­ren möch­te, ist bei der HLUW Ysper­tal ge­nau rich­tig! Für die prak­ti­sche Aus­bil­dung ste­hen zahl­rei­che La­bors, ein drei Hekt­ar gro­ßes Frei­ge­län­de mit Schul­gar­ten, Ver­suchs­was­ser­kraft­werk, eine PV-An­la­ge und So­lar­ver­suchs­an­la­gen so­wie eine mo­der­ne um­welt­tech­ni­sche La­bor­hal­le mit Werk­stät­ten zur Verfügung.

„Am Sams­tag, 6. No­vem­ber 2021 öff­nen wir für In­ter­es­sier­te die Tü­ren, bei un­se­rem ge­plan­ten Tag der of­fe­nen Tür von 9 bis 16 Uhr. Der Be­such ist ohne Vor­anmel­dung mög­lich. Es gilt die 3G Re­gel und man muss sich am Schul­ein­gang re­gis­trie­ren. Wei­ters bie­ten wird ver­schie­dens­te On­line-In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen an. Bit­te in­for­mie­ren Sie sich dazu te­le­fo­nisch oder auf un­se­rer Home­page“, er­klärt Schul­lei­ter Mag. Ger­hard Hackl. Schnup­per­schü­ler sind herz­lich will­kom­men, na­tür­lich je nach ge­ra­de gel­ten­den Co­vid-Auf­la­gen. Es gibt auch die Mög­lich­keit, da­bei im In­ter­nat zu näch­ti­gen und so ins In­ter­nats­le­ben hin­ein zu schnup­pern.In­fos te­le­fo­nisch un­ter 07415 7249 oder un­ter: http://www.hluwyspertal.ac.at

Le­ben­di­ge Pri­vat­schu­le des Stif­tes Zwettl in Yspertal

Be­son­ders wich­tig ist die geis­ti­ge und kör­per­li­che Fit­ness. Mit zahl­rei­chen Sport­an­ge­bo­ten, von Fuß­ball für Mäd­chen und Bur­schen über Vol­ley­ball bis hin zum Bo­gen­schie­ßen, Klet­tern und Fit­ness­pro­gram­men wird den Teen­agern eine Men­ge ge­bo­ten. Ein Drit­tel der Un­ter­richts­zeit fin­det in Form von Prak­ti­ka oder Pro­jek­ten statt. Pro­jekt­wo­chen und Fach­ex­kur­sio­nen mit Aus­lands­kon­tak­ten, mit­ein­an­der ar­bei­ten und Spaß ha­ben und ge­mein­sam coo­le Frei­zeit­an­ge­bo­te er­le­ben, das al­les sorgt für eine le­ben­di­ge Be­rufs­aus­bil­dung. Na­tür­lich gibt es ein Pri­vat­in­ter­nat für Mäd­chen und Bur­schen. Mit um­fang­rei­chen För­der­an­ge­bo­ten in der Schu­le und im In­ter­nat kann man sei­ne per­sön­li­che Fit­ness stei­gern. Die Aus­bil­dung schließt man mit der Rei­fe- und Di­plom­prü­fung ab.Damit er­langt man auch die Stu­di­en­be­rech­ti­gung. Es be­steht auch die Mög­lich­keit, da­nach di­rekt ins Ar­beits­le­ben ein­zu­stei­gen und um den In­ge­nieur­ti­tel an­zu­su­chen. Um­welt- und Abfallbeauftragte/er, mikrobiologische/er und chemische/er Laborant/in und Umweltkaufmann/frau sind nur ein paar Bei­spie­le für Berufsmöglichkeiten.