Geschichte

Ordensspiritualität

Die Zisterzienser sind im 11. Jahrhundert aus einer Reformbewegung der Benediktiner hervorgegangen.

P. Johannes

Man legte auf das in der Ordensregel geforderte Gleichgewicht zwischen Gebet, geistlicher Lesung und Handarbeit Wert. Die starke Verankerung von Land- und Forstwirtschaft – im Waldviertel auch der Fischzucht – liegt hier begründet.

Im Lauf der Jahrhunderte entwickelten sich die Zisterzienser in Österreich zu einem Priesterorden.

Heute wirken die Zwettler Mönche in erster Linie als Seelsorger und nehmen den Bildungsauftrag im Schulunterricht und in der Erwachsenenbildung wahr.

 

Ziele

„Was verlangt also das Euch überlieferte Erbe von Euch? Nun, Ihr wisst das sehr wohl: dass Ihr eine enge und beharrliche Verbindung mit Gott unterhaltet; dass Ihr das Evangelium in die Herzen säet; dass Ihr nach der Schlichtheit der Benediktus-Regel lebt. Dies gelte von der Beobachtung der heiligen Gesetzesvorschriften, von der Forderung der Schönheit der Liturgie, vom Streben nach der wahren Armut Jesu Christi, von der Handarbeit für den eigenen Lebensunterhalt und die Wohltätigkeit an den Armen.“ (Papst Paul VI.).

 

Eine kurze Geschichte des Zisterzienserstifts Zwettl in Niederösterreich

1138 legte Hadmar I. von Kuenring mit seiner Stiftung den Grund für die Ansiedlung der
Zisterzienser im Nordwald. Mönche aus Stift Heiligenkreuz errichten am Kamp die ersten
Klostergebäude und beginnen das klösterliche Leben. Mit großem Geschick errichteten sie die mittelalterlichen Gebäude des Stifts und schufen mit der Kultivierung des Landes die
wirtschaftliche Basis. 1159 konnte die erste Klosterkirche geweiht werden.

praelatengarten

Die romanische Kirche wurde im 14. Jh., einer Zeit kultureller Blüte, durch einen gotischen Kirchenbau ersetzt. Im Zuge der politischen Verhältnisse (Kriege und Reformation) des 15. und 16. Jh. kam es zum Niedergang des Klosters. Ab Mitte des 16. Jh. setzte jedoch eine Periode der Erneuerung ein, das Kloster gelangte unter der Regierung tüchtiger Äbte, die die religiösen und wirtschaftlichen Verhältnisse ordneten, zu neuer Blüte. Vor allem die Barockzeit ist es, in der die Stiftsgebäude unter Abt Melchior Zaunagg vollkommen umgestaltet werden. Die Kirche wird fertiggestellt und im Innern kostbar ausgestattet. Mit dem Kirchturm erhält das Stift sein unverkennbares Wahrzeichen. Joseph Munggenast und Paul Troger gestalten den barocken Bibliothekssaal.

Gegen Ende des 18. Jh. erfolgt unter politischem Druck eine weitgehende Veränderung des klösterlichen Leben, die Mönche wenden sich vermehrt der Seelsorge in den anvertrauten 15 Pfarren zu. Das 19. Jh. war auch in Zwettl eine Zeit der Erneuerung des klösterlichen Lebens, neben der Seelsorge versuchte man sich auch mit der Gründung eines Gymnasium, was allerdings scheiterte.

Im 20. Jh. übersteht das Stift die beiden Weltkriege und die NS-Zeit unbeschadet. Mit der Gründung des Bildungshauses in den 1920er-Jahren und der HLUW Yspertal als „Projekt für die Zukunft“ entstehen neue Arbeitsfelder in der Seelsorge. Umfangreiche Renovierungsarbeiten die mit der Kirchenrenovierung 2013 ihren Abschluß finden lassen das Stift in neuem Glanz erstrahlen.