Kirche

Geschichte und Ausstattung

Ziel der Gründergeneration der Zisterzienser in Zwettl war es, so „schnell als möglich“ – bei aller monastischen Beschaulichkeit – alle für ein geordnetes klösterliches Leben erforderlichen Baulichkeiten zu errichten. Mit enormem Fleiß und eigenem persönlichem Einsatz, aber auch durch großzügige Unterstützung der Stifterfamilie und unter Heranziehung kundiger Handwerker gelang es den Mönchen, in etwa zwanzig Jahren das „Notwendige“ an Kloster und Kirche zu erbauen.

Am 18. September 1159 konnte dann die in bescheidenen Ausmaßen konzipierte und romanisch gestaltete Klosterkirche vom Passauer Bischof Konrad feierlich konsekriert werden. Über das genaue Aussehen der baulichen Gestalt dieser ersten Zwettler Stiftskirche gibt es kaum zuverlässige Quellen.

SeitenschiffWie das Datum der Kirchweihe 1159 einen vorläufigen Punkt in der ersten Kirchenbauphase setzt, so markiert 1343 den Beginn eines in der weiteren Baugeschichte der Zwettler Klosterkirche wichtigen Abschnittes, die Errichtung des gotischen Chors unter Abt Otto II. Grillo. Die nächsten entscheidenden Eingriffe in die Bausubstanz der Kirche sollten erst mit Abt Melchior von Zaunagg kommen.

Zweifelsohne kann die lange 41-jährige Regierungszeit (1706-47) dieses Abtes als barocke Glanzzeit des Stiftes bezeichnet werden, brachte sie doch einen Abschluss nachmittelalterlicher Bautätigkeit. Dem Kloster wurde nun endgültig jenes Gesicht gegeben, mit dem es als historisches Denkmal in die Kunstgeschichte eingegangen ist.

Am 25. Mai 1722 legte Abt Melchior feierlich den Grundstein für den Bau eines barocken  Kirchturms. Nach fünfjähriger Bauzeit waren Turm und Langhaus fertiggestellt.

ChorgestühlEs war eine grundlegende Überlegung des Abtes, auch das Kircheninnere komplett neu gestalten zu lassen. An der Spitze seines Programms der Neuausstattung stand natürlich ein prachtvoller Hochaltar, dem auf der Westempore eine adäquate große Orgel zu entsprechen hatte. Dann folgte des weiteren ein für den Beter in der Kirche zunächst ins Blickfeld tretender Chorraum, eröffnet durch eine neue Kanzel und als deren Gegenstück eine kleine Orgel, sowie im Innern durch ein mit verschiedensten Intarsien „aus-gezeichnetes“ neues Chorgestühl.

Ab 1880 kam es dann unter Abt Stephan Rößler und auf Anraten des Architekten Hermann Ritter von Riewel zu Umbauten und Veränderungen im Inneren der Stiftskirche: Geboren aus der Begeisterung für alles Mittelalterliche im späten 19. Jahrhundert und wohl auch aufgrund ausreichender Finanzmittel hielt auch im Stift Zwettl der Historismus Einzug.

 

Was sich in den vier Jahren an Konservierung und Restaurierung der Kirche alles getan hat:

LanghausDie Raumschale wurde mit Kalkfarben in hellen freundlichen Weiß-, Grau- und Ockertönen gestrichen, hier orientierte man sich an der farblichen Gestaltung der ersten großen Kirchenrenovierung nach der Barockzeit 1850. Für den Kirchenbesucher weitgehend unsichtbar bleiben die Erneuerungsarbeiten an Lüftung und Elektrik, ebenso wird man kaum bemerken, dass ca. 900 m² Bleiglasfenster komplett ausgebaut, zerlegt, neu verbleit und mit einer Schutzverglasung versehen wieder eingesetzt wurden. Zusätzlich zum unumgänglichen Reinigungs- und Wiederherstellungsprozess wurde, wo nötig, mit kundiger Hand retuschiert und ergänzt. Somit gelang es einem großen Team von Restauratoren und Künstlern, die Kirche wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, ohne sie so wie zur Zeit von Abt Melchior originär wiederherzustellen.

Auszugsweise nach einer Noviziatsarbeit von Fr. Theobald Springer bei P. Martin Strauß in Stift Zwettl